Ernährung

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Selbst-Experiment: Leben ohne Weizen und Zucker

Einführung

Diese ganze Diät- und Esskultur geht mir doch ziemlich gegen den Strich. Jeden Tag kommt doch wieder eine neue Erkenntnis auf den Markt, was gut für den Körper ist oder was nicht. Gestern war es noch Trennkost, dann heißt es Paleo ist das A & O für ein gesundes Leben. Und morgen ist dann doch wieder Low Carb angesagt. Ich für meine Person finde, dass es kein Idealrezept gibt. Denn alles, was die Industrie oder „Experten“ einen versuchen weiß zu machen, ist doch irgendwie nur für einen gut: Nämlich die Lebensmittelindustrie noch reicher zu machen. Denen ist es doch total egal, was mit uns geschieht. Hauptsache der Rubel rollt und mit einer ordentlichen Portion Werbung und gutem Marketing, wird denen auch noch Glauben geschenkt.

Da ich aber auch kein Mitschnacker bin, nur weil ich mal einen Bericht gelesen oder gesehen habe, möchte ich mir meine eigene Meinung zu diesem Thema machen. Deshalb heißt es in diesem Jahr: Mein Leben und ich ohne Zucker.

Guter Vorsatz für das neue Jahr

Jeder Jahreswechsel hat auch was mit guten Vorsätzen zu tun. Deshalb heißt es für mich dieses Jahr: Mein Leben und ich ohne Zucker. Ob ich mein Vorhaben wirklich durchhalte und welche Barrieren hierbei entstehen können, werde ich in der nächsten Zeit selbst erleben und in diesem Blog festhalten.

Um mir die Ziele nicht gleich so hoch zu stecken, habe ich mir erst mal eine Frist von 1-2 Monaten gesetzt.

Regeln

  • Vermeidung jeglicher Lebensmittel mit Zuckerzusatz (Einfach-Zucker)
  • Verzicht der ersten 2 Wochen auch auf  Obst mit Fructose
  • Vermeidung von Weizenmehl und -produkte

Und los gehts

Im Vorwege hat mein Hausarzt mein Blut getestet und die Ergebnisse archiviert. Am Ende meines Experimentes habe ich so den Vergleich, ob sich meine Werte verändert haben.

Doch nun gehts erst mal los. Ab zum Einkaufen. Am ersten Tag habe ich mein Glück erst mal im Discouter versucht. Doch dort bin schier gescheitert und habe mich schon darüber aufgeregt, dass alle Angaben in so einer kleinen Schrift irgendwo versteckt ist, dass man sich wie zu Ostern beim Eiersuchen vorkommt. Viele Begrifflichkeiten über Zucker sind mir schon geläufig, sodass mir dann Bewusst wurde, was ich alles nicht essen darf. Mein Einkaufskörbchen war somit immer noch leer. Sogar meine geliebte Wurst musste ich leider in der Theke liegen lassen. Zucker soweit das Auge reicht. Also ab zum Bioladen. Dort war es immer noch schwierig. Eigentlich, so dachte ich, achten die sicher darauf, Zucker in ihren Produkten zu vermeiden. Doch auch hier: In jeder Wurstpackung, die ich genauer untersuchte, hat sich Zucker versteckt. Doch wenigstens habe ich hier Müsli, Reis, Nudeln und gute Fette ergattern können. Auch Brot ohne Weizen und Zucker liegt nun in meinem Einkaufswagen. Verhungern tu ich also nicht. Aber es ist doch sehr Zeitaufwändig jede Verpackung umzudrehen. Was bin ich froh, wenn hoffentlich bald die Lebensmittelampel eingeführt wird. Hoffe, dass es dann etwas übersichtlicher wird für den Endverbraucher.

  1. Tag: Morgens habe ich mir Haferflocken mit Chiasamen und Madelmich gemacht. Es war zum Kotzen eklig. Kleister pur. Habe einen Löffel runtergewürgt und beschlossen, dieses ins Klo zu versenken. Für das Mittagessen habe ich mir eine Zuccinipfanne mit Hack, Paprika, Tomaten, Zwiebeln und Knobi gemacht. Das hat mein Frühstück wieder rausgehauen. Abends gab es dann Spiegelei, Lachs mit Salat (natürlich frisch zubereitet). Ich will mir gleich angewöhnen abends immer mein Essen für den nächsten Tag vorzubereiten. Somit habe ich mir 2 Spiegeleier gebraten und diese auf mein neu erworbenes Brot belegt mit Kresse und eine Scheibe Käse. Für Mittag hab ich mir eine Hühersuppe gekocht.
    Sportlich war ich an diesem Tag auch noch. Eine kleine Runde laufen war noch drin. Eigentlich bin ich nicht so die Süße, eher die Herzhafte. Nachtisch brauch ich quasi nie, doch heut hab ich schon etwas Verlangen nach einem kleinen Nachtisch gehabt…Komisch komisch
  2. Tag: Mein Frühstück war der Hammer. Tschüss Kleister, Hallo Spiegelei auf Brot! Und mit der frischen Kresse ein absoluter Hit. Auch meine Hühnersuppe war echt gut und für diese kalte Jahreszeit fantastisch geeignet. Als Nachmittagsnack hab ich mir 2 Karotten kleingeschnitten und diese mit etwas frischer Zitrone angerichtet (ist zwar auch Obst, doch ich will ja auch Vitamine zu mir nehmen und da sie sauer ist, rede ich mir ein, dass diese nicht viel Fructose besitzt ? Abends gab es dann noch mal Hühersuppe.
    Abends stand noch eine Runde Yoga an und etwas Faszientraining. Bisher noch keine Anzeichen dafür, dass ich zickig werde oder lustlos bin. Eigentlich alles wie immer. Nur schlafen kann ich irgendwie schlecht. Wache oft mit Hunger auf. Doch das hatte ich auch schon vor dem Experiment.
  3. Tag: Zum Frühstück gibt es wieder Spiegelei auf Brot. Ich glaub das wird nun immer mein Frühstück. Mittags wieder die Hühersuppe. Die muss ja auch leer werden. Und abends noch mal Suppe und ein Spiegelei mit Reiscracker. Achso ich hab auch noch gar kein Wort über Getränke verloren: Auf der Arbeit trinke ich ausschließlich Kräutertee in diversen Sorten. Das habe ich aber auch schon vorher getan. Die mag ich super gern ungesüsst. Und morgens und mittags eine Tasse Kaffee. Da ich nicht auf Michzucker verzichte, kann ich dieses auch weiterhin mit Milch trinken. Hier bin ich jedoch auf Lactosefreie Milch umgestiegen, da ich gelesen habe, dass der Darm damit besser klar kommt und kein Alarm verursacht. Apropos: Eine Sache ist mir während der Ernährungsumstellung doch aufgefallen. In meinem Darm rumort es. Ich glaub ich erschaffe gerade ein kleines Kraftwerk, welches jede Sekunde eine kleine Explosion verursacht…. ?
    Zum Sport machen bin ich heut leider nicht gekommen. Aber wenigstens mit dem Rad zur Arbeit bin ich noch gefahren. Immerhin…
  4. Tag: Immer noch keine Entzugserscheinung. Ich bin begeistert und werde immer kreativer, was das Kochen angeht. Ich hatte noch genug Reste im Kühlschrank, die unbedingt verzerrt werden sollten. U.a. eine Zucchini, viel Tomaten und Käse. Da kam ich auf die Idee kleine Zucchine-Pizzen zu kreeiren. Es ist eine Wucht in Tüten. Kann ich nur jedem empfehlen. Das Rezept hierzu findest du unter der Kategorie „Rezepte“.
  5. Tag: Oh nein, ich habe gesündigt!!!! Mein morgendlicher gebratener Speck besitzt Dextose…Was für eine Schweinerei…Ist mir heute erst aufgefallen. Naja, wird ab jetzt dieser auch weggelassen. Das Einkaufen ist leider noch nicht einfacher geworden. An der Käsetheke halte ich den ganzen Laden auf, da irgendwie keine Verkäuferin Ahnung von den Zutaten ihrer Produkte hat. Nach langer Recherche konnte ich dann aber doch mit gutem Gewissen die abgepackten Scheiben in mein Einkaufskörbchen legen. Heut brauche ich übrigens nicht selbst kochen. Mein Dad will auch Zuckerfrei für die nächsten 2 Monate leben und kocht dementsprechend auch bewusst. Somit darf ich mir heut leckere selbstgemachte Kartoffelsuppe abholen ?Endlich Wochenende: Heut versuche ich mich mal ein Brot selbst zu backen. Das Rezept habe ich von meiner Arbeitskollegin. Idiotensicher sagt sie. Ich also alle Zutaten zusammengesucht bzw gekauft. Körner soweit das Auge reicht in einem Meer von Dinkelflocken und Chiasamen. Etwas Wasser dazu. Fertig. Ab in die Form und in den Ofen. 50 Min soll es backen. Nach 30 Min aus der Form nehmen und dann noch mal 20 Min so backen. Ich voll aufgeregt schaue alle 15 Min in den Ofen. Es riecht schon verführerisch lecker. Doch nach 30 Min Kontrolle war es noch eine glibschige Angelegenheit. Also noch mal 20 Min gewartet. Jetzt konnte ich es aus der Form nehmen. Hammer. Es hält. Vor lauter Aufregung hab ich jedoch das Tablett fallen gelassen. Ende vom Lied: Ein großer duftender Körnerhaufen, der im inneren immer noch sehr matschig gewesen ist. Also alles wieder in die Form gequetscht und noch mal für über eine Stunde in den Ofen. Fazit: Nach 2 Stunden backen hält das Brot immer noch nicht zusammen. Ich lerne daraus: Brot backen ist einfach nicht meine Stärke. Ich bleibe bei meinem Brot vom Bioladen.

2. Woche: Ich werde nun nicht mehr jeden Tag schreiben sondern dieses in eine kleine Wochenzusammenfassung festhalten, wie es mit dem Experiement läuft. Ich habe immer noch keine Entzugserscheinungen, keine zickigen Anfälle und auch noch keine Lustlosigkeit zu spüren. Ein/Zwei Tage war ich nicht so gut drauf, doch das schiebe ich mal aufs Wetter. Das einzige was mir etwas auffällt, ist dass mir manchmal etwas schwindelig ist. Das könnte natürlich darauf zurückzuführen, dass ich seit 2 Wochen kein Obst mehr esse, da hier ja auch Fruchtzucker drin ist . Ich weiß, dass ist nicht gut auf die Vitamine zu verzichten, doch ich will unbedingt dieses Gefühl erleben, wenn man nach den 2 Wochen in eine ungesüßte Erdbeere beißt. Das soll eine süße Geschmacksexplosion sein. Ich bin sehr gespannt. Danach geht mein Experiment inkl Obstzulassung weiter. Weiterhin finde ich, dass meine Haut sauberer geworden ist und ich ausgeglichener bin. Glaub das hat auch was mit dem Verzicht von Weizen zu tun. Mein Dad fühlt sich ähnlich.
Was das Essen angeht: Ich habe weniger Hunger als sonst. Das Brot, welches ich täglich esse, stopft ohne Ende, sodass ich meist erst Abends wieder hunger bekomme. Dann esse ich entweder auch wieder Brot oder mache mir einen Couscous Salat oder einfach nur Eier (Bioeier selbstverständlich).